VorOrt Gespräche: Strandbad und Rheindamm

Bernhard Boll antwortet auf Fragen von Gisela Korn-Pernikas zu den Perspektiven am Strandbad und der geplanten Sanierung des Rheindamms.

Korn-Pernikas: Gefällt es Ihnen am Strandbad?
Boll: Klar – wem gefällt es hier nicht? Die Sanierungen und Modernisierungen in den letzten Jahren haben die Attraktivität erhöht und das Angebot entsprechend erweitert – übrigens mit allen Vor- und Nachteilen, die sich damit verbinden.

Korn-Pernikas: Wo gibt es Ihrer Meinung Verbesserungsbedarf?
Boll: Die deutlich gestiegene Attraktivität hat zur Konsequenz, daß die Besucher vermehrt aufeinander und auch auf die Anlage Rücksicht nehmen sollten. Wir beobachten zunehmend Konflikte im Grillbereich, die hygienischen Zustände im Bereich des Wasserspielplatzes, wo zweckfremd Geschirr gesäubert wird, sind manchmal problematisch. Zudem muss dringend die Instandsetzung des Bistrogebäudes am Camping-Platz in Angriff genommen werden, das Gebäude ist statisch sehr labil. Hier finde ich einen Teilabriss des nicht mehr benötigten Gebäudeteils und eine Renovierung des beliebten Bistros zielführend. Das spart einerseits deutlich Kosten und erhält dennoch den speziellen und geschätzten Charakter des Ortes. Auf der Promenade selbst gibt es immer wieder Unzufriedenheiten beim Mitführen von Hunden oder auch von Fahrrädern. Letzteres vor allem, weil es nicht genügend sichere Abstellmöglichkeiten an den Eingangsbereichen gibt. Und die Hinterlassenschaften der Nilgänse verschmutzen das Gelände und bedrohen die Gesundheit von Kindern, die auf dem Boden spielen.

Korn-Pernikas: Was wollen Sie tun, damit sich dies zum Besseren ändert?
Boll: Naja, nur Lindgrens Nils Holgersson kann direkt mit Gänsen sprechen. Mit Ihnen von MASTRA und mit der Verwaltung haben wir Verbesserungsmöglichkeiten entwickelt, die jetzt in einer überarbeiteten Satzung die Nutzung des Strandbads regeln soll. Aber machen wir uns nichts vor: so eine Satzung hilft zur Orientierung, was geht und was eben nicht geht. Wenn Überschreitungen folgenlos bleiben, hilft allerdings nur die Einsicht jedes Einzelnen, sich an die Regeln zu halten.

Korn-Pernikas: Damit meinen Sie die Möglichkeiten der Aufsicht am Strandbad?
Boll: Genau. Ich finde es schade, dass es an diesem Ort der Freizeit und der Erholung notwendig sein sollte, über zusätzliches Wachpersonal oder den verstärkten Einsatz des kommunalen Ordnungsdienstes inklusive Sanktionsmöglichkeiten nachdenken zu müssen.

Korn-Pernikas: Und was meinen Sie zur geplanten Sanierung des Rheindammes?
Boll: Das ist natürlich schon ein dickes Ding, was dort geplant ist – und ob das tatsächlich notwendig ist, kann ich nicht unmittelbar nachvollziehen und beurteilen. Aber ich finde, dass alle dort vorgesehenen Eingriffe in den Baumbestand sehr genau zu prüfen sind, ob sie wirklich unabweisbar sind, ansonsten kann man das nicht machen, das ist nicht akzeptabel. Ich bin froh, dass die Stadt sich entschieden hat, nach allen noch ausstehenden Abwägungen zusätzlich ein eigenes Gutachten fertigen zu lassen. Den alten Baumbestand zu vernichten zu müssen, bleibt dennoch eine gruselige Vorstellung.